|
Ende Juli wurden von einer lieben Tierschützerin
zwei unkastrierte Widderkaninchen aus "nicht so schönen"
Verhältnissen geholt. Sie lebten einsam und kaum versorgt in
kleinen Aussenverschägen und sollten jetzt "weg",
da sie eigentlich von englischen Soldaten zurückgelassen wurden
und die jetzige Stelle die beiden auch nicht länger dulden
wollte.
Beide Widderchen wurden nach ihrer Rettung gleich
einem Tierarzt vorgestellt, sie hatten sehr schlechte Zähne,
der eine sogar so schlimm, daß er Schmerzen hatte und damit
eigentlich garnicht mehr hätte fressen können. Da sie
ansonsten ausser den üblichen Begleiterscheinungen bei solchen
Haltungen keine auffälligen Krankheiten hatten, konnten beide
gleich kastriert und in der Narkose dann auch die Zähne korrigiert
werden.
Für die Kastration und spätere Impfung der beiden haben
sich liebe Paten gefunden, die die Kosten übernommen haben.
Da die beiden jungen Männer aber nicht dauerhaft
bei Ihrer Retterin bleiben konnten, zogen sie nach ein paar Tagen
weiter in Pflegestellen, einer nach Melle und einer nach Gütersloh
zu mir,er heisst jetzt Miró.
Es sind zwei wunderschöne rhönfarbige Zwergwidder, geschätzte
zwei Jahre alt und um die 2-2,5 kg schwer.
Momentan bekommen beide eine Hefen-Behandlung, Miró
eine Behandlung gegen Ohrentzündung.
Miró taut immer mehr auf, ist aufgeschlossen und freundlich,
frisst aber nicht alles - er kennt wohl leider kaum was anderes
als Trockenfutter, aber wir tasten uns ran.
Da mir bei Miró in den letzten Tagen ein leichter
Grauschleier im linken und später auch im rechten Auge aufgefallen
ist und er beide Augen immer halb geschlossen hat, werde ich nochmal
meiner Tierärztin vorstellen, auch wegen seiner ständig
feuchten bis nassen Nase, wo ich aber erstmal vermute, daß
die schlechten Zähne damit zu tun haben.
Ansonsten wird Miró immer munterer und neugieriger,
heute morgen sass er ausserhalb des Geheges und hat darauf gewartet,
daß ich ihn wieder reinhebe. Er lässt sich recht gerne
kraulen und freut sich natürlich über Zuwendung, denn
noch muss er ja alleine seine Quarantäne absitzen.

Miró ein Tag nach seiner Ankunft |
Weitere Berichte zu den beiden Osnabrücker Widderchen
im Rabbit-Rescue-Forum
und hier unter Patentiere/Vermittlung.
Beide Jungs werden früher oder später auch
noch ein entgültiges Zuhause suchen!
Miró war heute beim Tierarzt. Irgendwie kam
mir sein andauernder "Schlafzimmerblick" doch mittlerweile
seltsam vor. Bei einer eingehenderen Betrachtung seiner Augen fielen
mir auf beiden Hornhäuten graue Schlieren auf.
Nach einer ersten Untersuchung beim Tierarzt war
auch schnell klar, woher er diesen Blick hat: Spastisches Entropium
an beiden Oberlidern, Narben auf der Cornbea beidseitig. Heisst,
der kleine Mann hat Roll-Lider, die Wimpern reiben ständig
auf der Hornhaut, was sehr unangenehm ist und ihm sogar schon die
Hornhaut vekratzt hat. Miró braucht also ein "Lifting".
Dafür ist die Ohrentzündung weg und die
Zähne sehen noch gut aus, ist ja auch schonmal was.
Wir mussten heute erneut zum Tierarzt, es geht Miró
insgesamt nicht gut, er kneift die Augen immer mehr zusammen, bekommt
Schmerzen und frisst dann nicht gut. In seinem linken Auge ist mir
eine Zubildung aufgefallen, die mir nicht gefällt.


Miró kneift seine schmerzenden Augen
zu. |
Das Ergebnis in kürze: aufgerauhte Hornhaut
rechts, eine Verletzung der Hornhaut links mit Zubildung, es wachsen
Blutgefässe ins Auge ein und die Oberlider bilden Falten.
Er bekommt jetzt Schmerzmittel und entsprechende
Augensalben.
Sollten die Salben nicht den gewünschten Erfolg bringen, muss
die Zubildung chirurgisch entfernt werden und die nötige Lid-Korrektur
könnte dann gleich mit erfolgen.
|

Miró während der Augenbehandlung.
|
Die Augenbehandlung mit Salben ist erstmal abgeschlossen,
die Zubildungen sind geringer geworden, aber nicht ganz weg. Miró
konnte nun endlich auch geimpft werden.
Damit er nun nicht mehr alleine sein muss, leistet
ihm meine Häsin Bille jetzt Gesellschaft.
Kurze Zeit darauf wird auch die ganze Gruppe wieder
zusammengeführt.
Miró fühlt sich sehr wohl mit seinen Freunden und genießt
den Kontakt mit den anderen sichtlich.
| 

Miró mit seinen Freunden. |
Miró hätte jetzt eigentlich an den Roll-Lidern
operiert werden sollen. Leider ist uns ein Schnupfen-Infekt dazwischen
gekommen, der erst auskuriert werden muss.
Miró ist nun endlich soweit fit, daß
die OP an den Augenlidern stattfinden konnte! Er wurde an beiden
Oberlidern erfolgreich operiert.
|

Miró kurz nach der OP |
Entgültig beurteilen kann man das Ergebnis der
OP letztendlich erst in ein paar Monaten nach kompletter Ausheilung,
aber bisher sieht es schon recht gut aus! Vielen Dank an dieser
Stell an alle die Miró bisher so lieb unterstützt haben!
|